Archäologisches Kulturprogramm im Kreis Konstanz

Von den Rentierjägern bis in die Neuzeit, von Pfahlbauten bis zu Mittelalterburgen, von geheimnisvollen Grabhügeln bis zu Abfallgruben alter Siedlungen – Archäologie hat viele Facetten.

Entdecken Sie hier die spannende Geschichte des Hegaus und der westlichen Bodenseeregion.

Termine

Hinweis: Es gelten die zum Veranstaltungszeitpunkt gültigen Corona‐Bestimmungen.

April

Sonntag, 03. April 2022 | 14:30 Uhr

Gemeinsam reisen wir in die Vergangenheit bis zu den Jägern der letzten Eiszeit. Dort angekommen lernen wir das Leben der ersten Menschen im Hegau kennen. Wir erfahren, von was sie sich ernährten, aus welchen Materialien Werkzeuge und Waffen hergestellt wurden und natürlich lösen wir das Rätsel um das Feuermachen. Ihr könnt gespannt sein.

Veranstalter und Ort: Hegau-Museum; keine Gebühr

Donnerstag, 14. April 2022 | 15:00 Uhr

Die Möglichkeit große Feste zu feiern, war Teil des adeligen Lebensstils – wie er sich aus reich ausgestatteten Gräbern des frühen Mittelalters erschließen lässt. Neben Glas- und Bronzegefäßen zählen hierzu auch die nur äußerst selten überlieferten Möbel: Tische, Betten und Stühle. Hölzerne Betten dienten als Sarg, Klappstühle in Frauengräbern lassen auf einen hohen Rang der Damen schließen. Doch woher kommt der Brauch, die Toten mit diesen Möbeln zu bestatten? Wozu dienten diese im Grab? Diesen Fragen geht das ALM-Team im Rahmen einer Spezialführung durch die Dauerausstellung nach.

Kosten: 10 Euro (inkl. Kaffee und Kuchen im Anschluss)

Teilnehmerzahl auf 10 Personen begrenzt; Anmeldung bis eine Woche vor dem jeweiligen Termin telefonisch unter +49 7531 980443 oder per E-Mail an muspaed@konstanz.alm-bw.de

Veranstalter und Ort: Archäologisches Landesmuseum Konstanz, Benediktinerplatz 5.

Dienstag, 26. April 2022 | 19:30 Uhr

Die Höhlenburgen sind eine Sonderform mittelalterlicher Burgen, die bisher in der Burgenforschung wenig Beachtung fand. Sie kommen in ganz Europa vor, überall dort, wo die geologischen Voraussetzungen gegeben sind. Auch unsere Region zählt mit den Kalksteinwänden im Donautal und den Sandsteinfelsen im Bodenseeraum zu den Gebieten mit einer großen Anzahl an Höhlenburgen. Einige dieser Anlagen werden von dem Burgerforscher Rudolf Martin an diesem Abend vorgestellt.

Veranstalter und Ort: Archäologisches Hegau-Museum Singen, Am Schloßgarten 2; keine Gebühr.

Mittwoch, 27. April 2022 | 20.00 Uhr

Die berühmte Heuneburg bei Herbertingen-Hundersingen ist eine der wichtigsten archäologischen Stätten Mitteleuropas. Vor 2500 Jahren erstreckte sich hier ein dicht bebautes Siedlungs- und Machtzentrum der frühen Kelten. In der Vortragsreihe „WissensWert“ berichtet Dr. Leif Hansen vom Landesamt für Denkmalpflege über neuste Forschungsergebnisse aus Grabungen im Umland der Heuneburg, in dem die zugehörigen Höhenbefestigungen, Dörfer, Bauernhöfe und Verkehrswege lagen. Hierzu gehört auch der Kultplatz „Alte Burg“ bei Langenenslingen, dessen Untersuchung ebenfalls zu sensationellen neuen Erkenntnissen geführt hat.

Veranstalter:  Hegau Geschichtsverein e. V./Archäologisches Hegau-Museum Singen

Ort: Stadthalle Singen, Tagungsräume; Gebühr: Eintritt 5 € (Mitglieder 4 €).

Freitag, 29. April 2022 | 19.30 Uhr

Der älteste Einbaum vom Bodensee, ein über 4000 Jahre altes, steinzeitliches Wasserfahrzeug wurde im Frühjahr 2021 geborgen. In ihrem Vortrag erläutert Dr. Julia Goldhammer vom Landesamt für Denkmalpflege Details zum Einbaum und zur Bergung. Außerdem berichtet die Referentin von der Arbeit der Archäologinnen und Archäologen, die im Fachgebiet Feuchtbodenarchäologie des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart an der Dienststelle Hemmenhofen tätig sind. Sie beschäftigen sich mit den Hinterlassenschaften unserer Vorfahren, die unter Wasser, in Gewässerrandlagen oder in Mooren überliefert wurden und daher besonders gut erhalten blieben.

Ort: Höri Strandhalle Wangen (Öhningen-Wangen)

Veranstalter: Förderverein Fischerhaus Wangen/Untersee (info@museum-fischerhaus.de; www.museum-fischerhaus.de)

Keine Gebühr; Spenden werden erbeten.

Mai

Donnerstag, 19. Mai 2022 | 15.00 Uhr

Schon in der Stein- und Kupferzeit waren die Menschen mobil. Das Aufkommen des Rades, die Einbäume und festes Schuhwerk in den Pfahlbausiedlungen zeigen uns, dass bereits vor 4.000 Jahren weite Strecken zurückgelegt werden konnten. Seltene Fundstücke aus entfernten Regionen liefern Hinweise auf ein weitreichendes Handelsnetzwerk. In einer Spezialführung durch das ALM werden die verschiedenen Transportmittel und Ausrüstungsgegenstände der Pfahlbauer am Bodensee unter die Lupe genommen.

Kosten: 10 Euro (inkl. Kaffee und Kuchen im Anschluss)

Teilnehmerzahl auf 10 Personen begrenzt; Anmeldung bis eine Woche vor dem jeweiligen Termin telefonisch unter +49 7531 980443 oder per E-Mail an muspaed@konstanz.alm-bw.de

Veranstalter und Ort: Archäologisches Landesmuseum Konstanz, Benediktinerplatz 5.

Donnerstag, 19. Mai 2022 | 19.00 Uhr

Die Entdeckung und archäologische Untersuchung einer frühneuzeitlichen Hinrichtungsstätte bei Allensbach im Jahr 2020 stieß bei der Öffentlichkeit und den Medien bundesweit auf großes Interesse. Der vom 16. bis ins 18. Jahrhundert genutzte Richtplatz der Herrschaft Reichenau gehört zu den wenigen umfassend archäologisch untersuchten Richtstätten der frühen Neuzeit im deutschsprachigen Raum. An diesem Vortragsabend stellen Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald, Kreisarchivar Dr. Friedemann Scheck und der Anthropologe Dr. Michael Francken vom Landesamt für Denkmalpflege in drei Kurzreferaten die archäologischen Befunde, erste Untersuchungsergebnisse zu den am Richtplatz aufgefundenen Skelettreste sowie Erkenntnisse aus historischen Quellen zur hohen Gerichtsbarkeit der Klosterinsel Reichenau vor. Da die bei den Ausgrabungen festgestellten Befunde auch gewaltsame Details zeigen, ist die Thematik für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet.

Ort: Pfarrheim Allensbach, Kirchgasse 4, 78476 Allensbach

Veranstalter: Gemeinde Allensbach und Hegau Geschichtsverein e. V.; keine Gebühr.

Samstag, 28. Mai 2022 | 20.00 Uhr

Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald und ALM-Kurator Dr. Felix Hillgruber tauchen direkt am Fundort zusammen mit zwei Schauspielern des Konstanzer Stadttheaters in Ahnenverehrung und Bestattungsrituale der Kelten ein. Humorvoll erwecken sie reale Geschehnisse rund um den keltischen Großgrabhügel "Heidenbühl" bei Allensbach-Kaltbrunn zum Leben. Dabei treffen archäologische Wissenschaft und Erkenntnisse zum Fundort auf unterhaltsame Fiktion und so manche Überraschung.

Ort: Keltischer Grabhügel "Heidenbühl"; gegenüber dem "Gemeinmärker Hof" zwischen Kaltbrunn und Markelfingen an der Kreisstraße 6168; nahe Tierpark Allensbach-Kaltbrunn

https://goo.gl/maps/DGsuGzBDBbYF7a1n7

Kosten pro Person: 10 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei

Telefonische Anmeldung unter +49 7531 980443

Juni

Sonntag, 26. Juni 2022 | 14:30 Uhr

Fast jeder hat schon von den Kelten gehört und oft stellen wir uns ein beinahe mythisches Volk mit Druiden und barbarischem Kampfgeschrei darunter vor. Aber was wissen wir eigentlich über die Menschen der Eisenzeit? Welche Objekte haben sie uns hinterlassen und was können wir daraus über ihr Leben ablesen? In dieser Führung schauen wir etwa 2800 Jahre in die Vergangenheit zurück und lernen die Kelten genauer kennen. Denn ihre Zeugnisse sind zahlreich und erzählen uns viel über diese eindrucksvolle Hochkultur.

Veranstalter und Ort: Archäologisches Hegau-Museum Singen, Am Schloßgarten 2; keine Gebühr.

Juli

Mittwoch, 06. Juli 2022 | 19.00 Uhr

Die Entdeckung und archäologische Untersuchung einer frühneuzeitlichen Hinrichtungsstätte bei Allensbach im Jahr 2020 stieß bei der Öffentlichkeit und den Medien bundesweit auf großes Interesse. Der vom 16. bis ins 18. Jahrhundert genutzte Richtplatz der Herrschaft Reichenau gehört zu den wenigen umfassend archäologisch untersuchten Richtstätten der frühen Neuzeit im deutschsprachigen Raum. An diesem Vortragsabend stellen Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald, Kreisarchivar Dr. Friedemann Scheck und der Anthropologe Dr. Michael Francken vom Landesamt für Denkmalpflege in drei Kurzreferaten die archäologischen Befunde, erste Untersuchungsergebnisse zu den am Richtplatz aufgefundenen Skelettreste sowie Erkenntnisse aus historischen Quellen zur hohen Gerichtsbarkeit der Klosterinsel Reichenau vor. Da die bei den Ausgrabungen festgestellten Befunde auch gewaltsame Details zeigen, ist die Thematik für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet.

Ort: Hauptstelle der Bezirkssparkasse Reichenau, Abt-Berno-Straße 1, Reichenau (Mittelzell)

Veranstalter: Gemeinde Reichenau und Hegau Geschichtsverein e. V.; keine Gebühr; keine Anmeldung.

Sonntag, 10. Juli 2022 | 14:30 Uhr

Die Herstellung von Bronze war vor über 4000 Jahren eine innovative Entwicklung und ein revolutionärer Schritt in der Geschichte der Menschheit. Die glänzende Legierung aus Kupfer und Zinn veränderte die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig. Hinweise auf einen zunehmenden Handel finden sich auch im Hegau. Verbindungen nach Südengland, über die Alpen nach Süden und in den östlichen Mittelmeerraum zeigen, wie weit sich das Handelsnetz über Europa zog. Wie die Menschen in dieser neuen Zeit lebten und arbeiteten, wird in der Führung mithilfe von vielen Objekten erlebbar.

Veranstalter und Ort: Archäologisches Hegau-Museum Singen, Am Schloßgarten 2; keine Gebühr.

Freitag, 22. Juli 2022 | 17.00 Uhr

Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald führt über die römische Gutsanlage bei Eigeltingen, die zu einer Reihe von villae rusticae im nördlichen Hegau gehört. Dabei werden die Ausgrabungsergebnisse der teilrekonstruierten Anlage erläutert und spannende Einblicke in den römischen Hegau im 1.-3. Jahrhundert n. Chr. geboten.

Veranstalter:  Hegau Geschichtsverein e. V. und Förderverein Römischer Gutshof Eigeltingen e. V.

Ort: Römischer Gutshof Eigeltingen, ab Eigeltingen auf der K6114 Richtung Homberg (ausgeschildert), oberhalb Sonnenhof/Oberhof, Parkmöglichkeit vorhanden; keine Gebühr.

Veranstalter und Partner

Über Uns

Der Landkreis Konstanz gehört zu den fundreichsten Regionen in Südwestdeutschland. Seit 1967 verfügt der Landkreis daher über eine kommunale Archäologie am Landratsamt Konstanz. Die Kreisarchäologie führt in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und archäologischen Fachfirmen zahlreiche Rettungsgrabungen in Baugebieten, beim Straßenbau, in Kiesabbaugebieten und bei anderen Bauarbeiten durch. Zusammen mit Museen, historischen Vereinen, Kommunen und Denkmalbehörden werden die Ausgrabungsergebnisse und neusten Entdeckungen in Vorträgen, Führungen und Ausstellungen Einheimischen und Gästen präsentiert. Über diese und weitere Veranstaltungen unserer Partnerinstitutionen können Sie sich hier auf unserem Veranstaltungskalender „archaeologie-landkreis-konstanz.de“ informieren. Wir laden Sie herzlich ein, anhand dieses vielfältigen archäologischen Kulturprogramms, die spannende Geschichte der westlichen Bodenseeregion zu entdecken.