Archäologisches Kulturprogramm im Kreis Konstanz

Von den Rentierjägern bis in die Neuzeit, von Pfahlbauten bis zu Mittelalterburgen, von geheimnisvollen Grabhügeln bis zu Abfallgruben alter Siedlungen – Archäologie hat viele Facetten.

Entdecken Sie hier die spannende Geschichte des Hegaus und der westlichen Bodenseeregion.

Termine

 

Mai

Mittwoch, 08. Mai 2024 | 20.00 Uhr

Mit einer Gesamtfläche von knapp 18 km² ist der Heidengraben bei Grabenstetten die größte befestigte Siedlung der keltischen Zeit auf dem europäischen Festland. Aufgrund seiner verkehrsgeografisch und territorial dominierenden Lage war der Heidengraben um 100 vor Christus ein bedeutendes Wirtschafts- und Handelszentrum, das große Teile Ost- und Westeuropas verband und weitreichende Kontakte bis in den Mittelmeerraum besaß. Seine Größe und Monumentalität, aber auch seine Sakral- und Ritualstrukturen, sind bislang einmalig im gesamten keltischen Kulturraum. Dr. Jörg Bofinger berichtet über die gemeinsamen Feldforschungen des Landesamts für Denkmalpflege und der Universität Tübingen, bei denen in den vergangenen Jahren vielfältige neue Erkenntnisse zu Besiedlungsgeschichte und Bedeutung dieses außergewöhnlichen Großdenkmals gewonnen werden konnten.

Ort: Stadthalle Singen, Hohgarten 4

Veranstalter: Hegau Geschichtsverein e. V., Archäologisches Hegau-Museum Singen, Amt für Geschichte und Kultur des Landkreises Konstanz

Gebühr: 7 € (Mitglieder Hegau Geschichtsverein 6 €)

Sonntag, 19. Mai 2024 | 11.00 – 18.00 Uhr

Am Internationalen Museumstag dreht sich im Hegau-Museum alles um archäologische Spiele von der Steinzeit bis zum Mittelalter. Taucht ein in die Vergangenheit und erlebt, wie Generationen vor uns gespielt haben. Hier kann man nicht nur archäologisch überlieferte Spiele, sondern auch moderne Brettspiele mit archäologischen Themen entdecken. An diesem gemütlichen Spieletag mit Familie und Freunden wird die spannende Welt der Archäologie auf spielerische Weise erkundet. Wer überlebt in der Steinzeit? Wer kennt sich am besten bei den Römern aus? Reist mit in vergangene Epochen und genießt einen unvergesslichen Tag im Hegau-Museum.

Ort und Veranstalter: Archäologisches Hegau-Museum Singen, Am Schlossgarten 2; keine Gebühr.

Mittwoch, 22. Mai 2024 | 19.00 Uhr

Zum großen Jubiläum der Insel Reichenau werden in der Vortragsreihe „1300 Jahre Archäologie und Geschichte der Reichenau” von Archäologinnen, Archäologen und Historikern spannende Einblicke in die Geschichte der UNESCO-Welterbestätte oder anderer frühmittelalterlicher Komplexe geboten. An diesem Abend referiert Prof. Dr. Tino Licht (Historisches Seminar der Universität Heidelberg) über den berühmten St. Galler Klosterplan, der vermutlich im 9. Jahrhundert im Kloster Reichenau entstand und heute im Besitz der Stiftsbibliothek St. Gallen ist.

Veranstalter: Förderkreis für Archäologie in Baden e.V.

Zoom-Vortrag:

Anmeldung unter info@foerderkreis-archaeologie.de oder auf der Homepage www.foerderkreis-archaeologie.de/vortragsreihe-reichenau.html (nach Anmeldung zur Vortragsreihe erhalten Sie jeweils am Vortag den Zoom-Link zu den einzelnen Vorträgen).

Donnerstag, 23. Mai 2024 | 18.00 Uhr

Zur Großen Landesausstellung „Welterbe des Mittelalters – 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau“  wird der Vortrag „Ein Mönch als Fälscher: Die Gründungsurkunden der Reichenau und die Geschichte des Klosters im 12. Jahrhundert“ angeboten. Sprechen wird Prof. Dr. Steffen Patzold von der Universität Tübingen, ein ausgewiesener Kenner des Früh- und Hochmittelalters. Thematisch geht es um eine Reichenauer Schreibwerkstatt, die in großem Umfang nicht nur für den klostereigenen Bedarf vermeintlich alte Urkunden erstellte, sondern diese Dienste auch anderen Klöstern, Stiften und sogar dem Domkapitel von Straßburg anbot. Im Wesentlichen dienten die Fälschungen dazu, die Rechte der geistlichen Gemeinschaften gegenüber dritten abzusichern.

Im Anschluss an den Vortrag gibt es wieder die Gelegenheit, sich bei einem kleinen Umtrunk auszutauschen.

Veranstalter: Badisches Landesmuseum/Förderverein Archäologisches Landesmuseum

Ort: Archäologisches Landesmusem Konstanz, Benediktinerplatz 5

Bitte melden Sie sich zu der Veranstaltung unter info@konstanz.alm-bw.de oder telefonisch an: 07531/9804-0.

Juni

Freitag, 07. Juni 2024 | 16.00 Uhr

Im Neubaugebiet "Im Tal" in Radolfzell-Markelfingen wurden 2019 Teile eines römischen Gutshofes sowie seltene Zeugnisse des frühen Christentums archäologisch untersucht. Am 07. Juli 2024 werden Informationsstelen zu den Ausgrabungsergebnissen sowie ein Kinderspielplatz, der thematisch auf die römischen Befunde Bezug nimmt, eingeweiht. Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald führt an den neuen Info-Stelen in das Thema  ein.

Veranstalter: Ortsverwaltung Radolfzell-Markelfingen

Ort: Radolfzell-Markelfingen, Am Römerbrunnen

Samstag, 08. Juni 2024 | 13.30 – ca. 16.30 Uhr

Die kleine archäologische Wanderung führt an diesem Samstagnachmittag vom Bahnhof Thayngen zu zwei kulturhistorischen Highlights im benachbarten Kanton Schaffhausen. Anlässlich des 150-jährigen Forschungsjubiläums spaziert Kantonsarchäologin Kathrin Schäppi mit uns zur berühmten altsteinzeitlichen Höhle Kesslerloch, aus der herausragende Kleinkunstwerke der letzten ausgehenden Eiszeit stammen und informiert über die Rentierjägergruppen, die hier vor etwa 17.000 bis 14.000 Jahren Station machten. Von dort geht es weiter zum rekonstruierten Pfahlbauhaus der UNESCO-Welterbestätte Thayngen-Weier, wo wir mehr über das Leben in einer jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlung (ca. 3.800-3.600 v.Chr.) erfahren und Originalfunde gezeigt werden. Hier werden auch Getränke und eine kleine Verpflegung angeboten. Bitte an festes Schuhwerk und Sonnenschutz bzw. Regenkleidung denken. Leitung: Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald

Ort: Treffpunkt Bahnhof Thayngen (private An- und Rückreise; Ankunft der Rhyhas-Linie S62 von Singen um 13.15 Uhr)

Veranstalter: Hegau Geschichtsverein/Pro Iuliomago – Gesellschaft für Archäologie im Kanton Schaffhausen/Kantonsarchäologie Schaffhausen/Amt für Geschichte und Kultur des Landkreises Konstanz; keine Gebühr. Bitte anmelden unter: info@hegau-geschichtsverein.de oder Tel. 07731-85239.

Dienstag, 11. Juni 2024 | 19.00 Uhr

Gegen Ende des 6. Jhds. n. Chr. mehren sich in den Gräbern frühmittelalterlicher Bestattungsplätze Objekte mit kreuzartiger Symbolik. In welchen Fällen sind sie als christliche Symbole aufzufassen und wann eher als primär dekoratives Element? Inwieweit bilden diese Grabbeigaben den Stand der Christianisierung frühmittelalterlicher Lokalgesellschaften ab? Anhand ausgewählter Beispiele aus dem südwestdeutschen Raum geht Archäologin Dr. Susanne Brather-Walter diesen und weiteren Fragen nach.

Ort und Veranstalter: Archäologisches Hegau-Museum Singen, Am Schlossgarten 2 in Zusammenarbeit mit dem Hegau Geschichtsverein e.V. und dem Amt für Geschichte und Kultur des Landkreises Konstanz; keine Gebühr.

Freitag, 14. Juni 2024 | 19.30 Uhr

Der bekannte Geologe Dr. Matthias Geyer (Freiburg) ist ein Kenner der von Vulkanismus und Eiszeiten geformten Landschaft des Hegaus. In seinem Vortrag bietet er neue Einblicke in die Geologie von Untersee und Rhein.

Ort: Höri Strandhalle, Öhningen-Wangen

Veranstalter: Förderverein Fischerhaus Wangen; keine Gebühr.

Sonntag, 23. Juni 2024 | 14.30 Uhr

In der Familienführung erforschen wir mit Museumsleiter Ralph Stephan die Burg: Wer lebte dort? Was aßen die Bewohner und welche Aufgaben hatten sie? Taucht ein in die faszinierende Welt des Mittelalters!

Ort und Veranstalter: Archäologisches Hegau-Museum Singen, Am Schlossgarten 2; keine Gebühr.

Donnerstag, 27. Juni 2024 | 18.00 Uhr

Begleitend zur Großen Landesausstellung "Welterbe des Mittelalters - 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau" berichtet der seit 2013 in Zürich Kunstgeschichte des Mittelalters lehrende Prof. Dr. David Ganz über die ottonischen Prachthandschriften des Klosters Reichenau und deren Verbreitung. In dem spannenden Vortrag werden interessante Einblicke in die Kontakte und die damit einhergehenden Verflechtungen des berühmten Klosters am Bodensee geboten.

Ort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Benediktinerplatz 5, Konstanz

Veranstalter: Förderverein Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Badischen Landesmuseum;/ALM Konstanz.

 

Die Teilnahme ist aufgrund der Raumkapazitäten begrenzt, daher wird um Anmeldung bis zum 18. Juni per Mail an info@konstanz.alm-bw.de oder telefonisch unter +49 7531 9804-0 gebeten; keine Gebühr.

Juli

Donnerstag, 04. Juli 2024 | 19.00 Uhr

Anlässlich der Ausstellung im Stadtmuseum Radolfzell „Dorfleben – Geschichte(n) aus den Radolfzeller Ortsteilen“ stellt Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald die Ergebnisse der jüngsten archäologischen Untersuchung eines alamannischen Gräberfelds in Böhringen vor. Dabei wird auch ein Blick auf die vor wenigen Jahren entdeckte Kultstätte im Markelfinger Baugebiet „Im Tal“ geworfen. In den Ruinen eines römischen Gutshofes übten dort bereits während des 6.-8. Jahrhunderts frühe Christen ihre Religion aus und deponierten kleine Metallkreuze in Gruben, während ihre Nachbarn in Böhringen noch ganz nach heidnischem Brauch ihre Toten bestatteten.

Ort und Veranstalter: Stadtmuseum Radolfzell, Seetorstraße 3 in Zusammenarbeit mit dem Hegau Geschichtsverein e.V. und dem Amt für Geschichte und Kultur des Landkreises Konstanz; 5 Euro Gebühr; Anmeldung bis 30.06.2024 erforderlich unter: museum@radolfzell.de oder Tel. 07732/81-530 (Do.-So. 11.00–17.00 Uhr).

Sonntag, 21. Juli 2024 | 10.00 – 21.00 Uhr

Entdeckt mit dem Team des Hegau-Museums die Welt der Kinder im Mittelalter. Spielzeuge wie Playmobil und Fußball gab es nicht. Auch konnte nicht jedes Kind in die Schule, um lesen und schreiben zu lernen. Womit vertrieben sich die Kinder im Mittelalter also die Zeit und welche Aufgaben mussten sie stattdessen übernehmen? Findet es beim Burgfest heraus.

Ort: Hohentwiel, Singen

Veranstalter: Archäologisches Hegau-Museum Singen, Am Schlossgarten 2; keine Gebühr.

August

Sonntag, 18. August 2024 | 14.30 Uhr

Vor etwa 1400 Jahren ließen sich germanische Siedler aus dem Norden im Hegau nieder. Laut lateinischer Überlieferung nannten sie sich „Alamannen“. Die Bedeutung dieses Namens und was über ihr Leben aus archäologischen Hinterlassenschaften bekannt ist, wird in dieser Einführung in das Frühmittelalter von Herbert Pachmann erläutert.

Ort und Veranstalter: Archäologisches Hegau-Museum Singen, Am Schlossgarten 2; keine Gebühr.

September

Sonntag, 08. September 2024 | 10.00 Uhr

Zum Tag des Offenen Denkmals führt Armin Höfler durch den im Wald bei Engen-Bargen gelegenen Gutshof mit seinen beeindruckend erhaltenen Ruinenhügeln. Dabei werden spannende Einblicke in die Erforschungsgeschichte der Villa rustica sowie in die römische Zeit im Hegau im 1.-3. Jh. n. Chr. geboten.

Treffpunkt: Engen-Bargen am Sportplatz (südlicher Ortsausgang; Hinweisschild: Römischer Gutshof)

Veranstalter: Stadt Engen, Schwarzwaldverein Engen und Hegau Geschichtsverein; keine Gebühr; keine Anmeldung notwendig.

Samstag, 14. September 2024 | 17.00 – 24.00 Uhr

Die Kelten sind oft von vielen Mythen und Legenden umgeben. Bei der Museumsnacht haben Besucherinnen und Besucher nun die Gelegenheit, die Wahrheit hinter diesen Geschichten zu entdecken. Die Funde aus dem Hegau zeigen das handwerkliche Geschick und die weitreichenden Kontakte der Kelten auf. Erlebt in dieser Nacht selber aus erster Hand die Handwerkskunst und Lebensweise dieser Hochkultur!

Ort und Veranstalter: Archäologisches Hegau-Museum Singen, Am Schlossgarten 2; keine Gebühr.

Dienstag, 24. September 2024 | 19.00 Uhr

In ihrem Vortrag beleuchtet die Archäologin Anne Wolff die ägyptische Vorstellung des Jenseits mit Erde, Himmel und Unterwelt. Es wird gezeigt, wie Menschen zwischen diesen Ebenen navigieren, Hindernisse überwinden und gefährliche Orte durchqueren, um unter den Ahnen Platz zu finden. Zudem widmet sich der Vortrag der idealen Erfahrung im Jenseits, wo der Verstorbene als wirkmächtiger Ahne mit einem Namen verehrt wird, der bis in die Ewigkeit fortlebt.

Ort und Veranstalter: Archäologisches Hegau-Museum Singen, Am Schlossgarten 2 in Zusammenarbeit mit dem Hegau Geschichtsverein e.V. und dem Amt für Geschichte und Kultur des Landkreises Konstanz; keine Gebühr.

Freitag, 27. September 2024 | 15.00 Uhr

Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald führt über den römischen Gutshof von Büßlingen, der zu den größten Anlagen dieser Art in Baden-Württemberg zählt. Anhand der konservierten Fundamente der römischen Bauwerke werden Einblicke in die römische Geschichte des Hegaus sowie in das Leben der Bewohner der Villa Rustica vor etwa 1800 Jahren geboten.

Ort: Freilichtmuseum Römischer Gutshof Büßlingen (ab Büßlingen ausgeschildert)

Veranstalter: Römerstraße Neckar-Alb-Aare mit Stadt Tengen, Hegau Geschichtsverein, Amt für Geschichte und Kultur Landkreis Konstanz

Keine Gebühr; keine Anmeldung notwendig.

Veranstalter und Partner

Über Uns

Der Landkreis Konstanz gehört zu den fundreichsten Regionen in Südwestdeutschland. Seit 1967 verfügt der Landkreis daher über eine kommunale Archäologie am Landratsamt Konstanz. Die Kreisarchäologie führt in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und archäologischen Fachfirmen zahlreiche Rettungsgrabungen in Baugebieten, beim Straßenbau, in Kiesabbaugebieten und bei anderen Bauarbeiten durch. Zusammen mit Museen, historischen Vereinen, Kommunen und Denkmalbehörden werden die Ausgrabungsergebnisse und neusten Entdeckungen in Vorträgen, Führungen und Ausstellungen Einheimischen und Gästen präsentiert. Über diese und weitere Veranstaltungen unserer Partnerinstitutionen können Sie sich hier auf unserem Veranstaltungskalender „archaeologie-landkreis-konstanz.de“ informieren. Wir laden Sie herzlich ein, anhand dieses vielfältigen archäologischen Kulturprogramms, die spannende Geschichte der westlichen Bodenseeregion zu entdecken.